| Geschichte in Bacharach und Steeg am Rhein, , zwischen Mainz, Rheinhessen, Bingen, Oberwesel, Loreley, St. Goar, Boppard, Rhens und Koblenz an der Mosel, Deutschland |
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| Bacharach
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" Bacharach
am Rhein ist das älteste Stück menschlicher Niederlassung, das ich in meinem Leben
gesehen habe. Es ist die alte Bacchi ara. Jäh aus dem Wasser steigt ein vulkanischer
Fels, der den Namen Ara Bacchi Altar des Bacchus trägt. Über der
Peterskirche aus dem 11. Jahrhundert sieht man auf halber Höhe die Ruine der
Wernerkapelle aus dem 15. Jahrhundert aus rotem Sandstein, ohne Türen, ohne Dach und ohne
Fenster. Ein prächtiges Gerippe, das seine feinen Umrisse vom Himmel abhebt. Endlich als
Krönung auf dem Gipfel des Berges die efeuumsponnene Verzahnung der Burg Stahleck, der
Residenz der Pfalzgrafen aus dem 12. Jahrhundert. Das alles ist Bacharach
am Rhein, dieser märchenhafte Ort, der von Sagen und Legenden umwoben." Diese Beschreibung entnehmen wir dem Reisebuch "Le Rhin" von Victor Hugo, der mit Heinrich Heine und anderen zeitgenössischen Dichtern und Malern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Rheinromantik in Bacharach am Rhein entdeckte. Bacharach ist keine römische Gründung, dafür weiß man aber, daß Bacharach am Rhein schon vor den Römern existiert hat, und sein Name auf keltische Besiedlung Baccaracum zurückzuführen ist. Erstmalige urkundliche Erwähnung im Jahre 923. Die auf die Hohenstaufen folgende Herrschaft der Welfen war nur von kurzer Dauer, nämlich bis 1214. Im gleichen Jahr ging die Pfalzgrafschaft, aus der sich die spätere Kurpfalz entwickelte, auf das Haus Wittelsbach über, zu dem Bacharach am Rhein fast 600 Jahre bis zur französischen Revolution gehörte. Nach der Befreiung durch Bücher 1813/14 wurde Bacharach am Rhein preußisch, um nach dem letzten Krieg bei der Gebietsreform wieder in seine frühere Kurpfalz zurückzukehren, wenn man diese mit dem heutigen Regierungsbezirk Rheinhessen-Pfalz identifiziert. Von 1214 bis 1508 unterhielten die Pfalzgrafen eine Münzstätte und prägten u. a. den Bacharacher Goldgulden. Mit dem Aufstieg zur Handelsmetropole wuchs auch die politische Bedeutung. 1254 wurden Bacharach und Diebach in den rheinischen Städtebund aufgenommen. 1314 erfolgte hier in einer Fürstenversammlung die Wahl Ludwigs des Bayern zum deutschen König. Das Jahr 1317 brachte die Verkündigung des "Bacharacher Landfriedens" mit dem Verbot von Ritterstreitigkeiten und Einführung neuer Zölle. 1349 fand die Hochzeit Kaiser Karls IV. mit Anna, Tochter des Pfalzgrafen Rudolf, auf Burg Stahleck statt. Der Bau der Stadtbefestigung erfolgte in den Jahren 1344 bis 1364. Im Jahre 1356 erhielt Bacharach am Rhein Stadtrechte. 1545 fand die Reformation Eingang in das Viertälergebiet. Ansätze zur Wiederbelebung der früheren Metropole wurden durch die kriegerischen Ereignisse Ende des 17. Jahrhunderts (Pfälzischer Erbfolgekrieg) und des 18. Jahrhunderts (Französische Revolution und napoleonische Eroberung) weitgehend zunichte gemacht. Die angestrebte Regeneration konnte erst einige Jahre nach dem Wiener Kongreß in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts nach und nach verwirklicht werden. Mit der Öffnung des "Binger Lochs" als dem größten Schiffahrtshindernis am Mittelrhein, der anschließenden Rheinregulierung und der Einführung von Dampfschiffen wurde der geschichtsträchtige Warenhandelsplatz von den Landebrücken für Personenschiffe eingenommen. An der Stelle des ehemaligen Kranenschiffes zwischen Münztor und Zolltor drängen sich seit dieser Zeit die vielen Ausflugsschiffe, deren Passagiere wie Victor Hugo die Rheinromantik in Bacharach sehen und bewundern, aber auch den berühmten "Bacharacher" Wein bei Weinproben genießen wollen. |
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